Musescore zerschießt die Audioausgabe anderer Applikationen

• 10. Feb 2021 - 13:09

Hallo,
ich habe folgendes Problem:

Immer wenn Musescore gestartet wird, wird die Audioausgabe anderer Applikationen unterbrochen (z. B. Videocapturingsoftware Loom oder Webex).
Wegen dieses Problems kann ich leider weder Online-Unterricht mit Musescore geben, noch ersatzweise ein Videotutorial erstellen.
Ich habe auch schon versucht, eine ältere MusescoreVersion zu nhemen (3.5x) und andere Treiber auszuwählen.
Ich arbeite seit über 10 Jahren mit dem Interface und Audiosoftware und hatte derartige Probleme bisher nicht bzw. konnte sie leicht lösen, aber hier stehe ich leider ziemlich auf dem Schlauch und bin daher für jeden Tipp dankbar!

Hier ein paar Systemeckdaten:
Musescore 2.6.1
WIN 10 pro (Build 19041.748)
Audio-Interface: RME Fireface
Treiber: ASIO

VG
cg120


Comments

Habe inzwischen von Windows nicht mehr viel Ahnung (Sound- und Midirouting finde ich da gruselig), aber evtl. habe ich doch einen Tip für Dich.
Unter Einstellungen -> Sound gibt es inzwischen die Option "Andere Soundoptionen" oder so ähnlich. Ganz unten, nach dem Mikrophontest.
Da kann man dann Einstellungen abhängig vom Programm Ein-, Ausgabe, etc. einstellen. (Gesehen in dem YT-Video: https://youtu.be/dVkzGe82o5Y )
Evtl. mit der Kommandooption -a (--use-audio driver) sollte es hinzubiegen sein.

Antwort auf von Jojo-Schmitz

  • in musescore open any score and play it back - you should hear the audio through the device chosen in step 1.
  • navigate to settings > I/O and select "Zoom audio device", confirm with ok and close musescore.
  • reopen musescore, to a score and play it back. The audio will now play through zoom to your seconday device, but will not play back locally.

Meiner Meinung nach vollkommen korrektes Verhalten.
Wenn ich den von Musescore ausgegebenen Audiostream auf mehrere Geräte haben will, muß man schon das Routing des Betriebssystems/Audioservers bemühen. Oder man hofft drauf, das die Zielanwendung (in dem Fall Zoom) lokal ein Echo routet (was es wohl nicht tut).

Wahrscheinlich braucht man für sowas bei Windows/Mac eine kostenfreie Lightversion irgendeiner DAW.
(Scherz)

Antwort auf von tuxan

Vielen Dank für den Hinweis!

Nein, das ist kein korrektes Verhalten, weil es bei meinen Kollegen keinerlei Probleme mit Musescore und Videokonferenzen gibt (die kümmern sich vermutlich überhaupt nicht um irgendwelche Driver-Settings).

Zudem sind die RME-ASIO-Treiber multiclient-fähig und ich kann alle anderen Anwendungen problemlos während der Videokonferenz (übrigens nicht Zoom!) verwenden kann bzw. ein dezidiertes interne input/output-Routing habe.

Ich schau mir das aber trotzdem mal an - vielleicht verstehe ich dann, was da verkehrt läuft.

Antwort auf von cg120

Kleines Mißverständnis. Meine Aussage zum korrekten Verhalten bezog sich auf das Zitat in englisch, das aus dem vorher zitierten Link stammt.
Bei Dir liegt das Problem woanders. Zuerst stellt sich die Frage, warum Musescore beim Start die Tonausgabe anderer Programme unterbricht. Da Du in Musescore den ASIO-Treiber angibst, würde ich mir die Treibereinstellungen anschauen. Da mußt du vermutlich auch einstellen, das der Stream zur Videokonferenzsoftware und zu den Lautsprechern geht. Für das Routen ist Musescore nicht verantwortlich. MS schickt seine Ausgabe zu dem Gerät, das in den Einstellungen angegeben ist. Allerdings gebe ich Dir recht, daß das vielleicht Verbesserungswürdig ist (unter Pulseaudio höre ich deutlich ein Knacken, bei jackd kann ich da noch nichts hören, weil ich die Verbindung mit der Hand erstelle (habe ich so eingestellt). Vielleicht unterbricht der Treiber deswegen, weil er den "Stromstoß" zur Sicherheit nicht weitergeben will und alles (kurz?) dichtmacht. Keine Ahnung, nur Vermutungen.
Benutzen denn die Kollegen denn auch ein externes Multikanalinterface? (Das Fireface als Firewire oder USB-Variante?) Evtl. wird da das Signal nach dem Windows-Mixer abgegriffen. Da ich Windows nur gelegentlich für andere Sachen einsetze, kann ich leider nicht wirklich den Tip geben.

Antwort auf von tuxan

Ich vermute, dass Problem darin liegt, dass musescore keine dezidierten Audio-Outputs ansteuern kann oder nicht wirklich ASIO-fähig ist. Ich muss allerdings gestehen, dass ich das Sound-Ausgabe-Setting von Win10 nicht mehr verstehe, nachdem es 20 Jahren lang (seit WIN 2000) eigentlich klar war.

Ich probiere mal einen anderen Treiber, der dann einen Umweg über Windows gehen muss, statt direkt auf die Hardware zu gehen.

Meine Kollegen verwenden wahrscheinlich direkt den Onboard-Sound... Das geht huer aber nicht, weil der PC in ein größeres Hardwaresetting eingebunden ist.

Ich werde mir das am Wochenende einmal genauer anschauen, weil ich im Moment keine Zeit dazu habe und dann berichten.

Hätte ja sein können, dass jemand das Problem kennt, denn ASIO-fähige Audiohardware ist ja nun wirklich nichts exotisches.

Dank und Gruß

Vermutete Lösungsvorschläge.

  1. Die Audioqualität bei Onlineunterricht ist sowieso nicht so prickelnd, warum dann mit einem Interfaceboliden wie RME arbeiten. (Die Antwort interessiert mich wirklich. Bringt das was für die Latenz?) Tut es da der Realtekchip des Rechners nicht auch. Edit: Voicemeter Banana aus Punkt 3, dürfte das Regeln, was Du mit deinem Multichannel regeln willst.
  2. Ich kenne solche Belästigungen von anderer Soundsoftware. Ab und zu hilft die Abtastrate und Bitrate in den Windowseinstellungen des Audiogerätes auf 44100Hz 16 Bit zu stellen.
  3. Die kostenlose Software von Voicemeter könnte helfen. Es ist ein Art Mischpult für Windows und Du kannst dann vielleicht virtuell um das Problem herumkabeln.

Antwort auf von hasenfuss

Vielen Dank für die Anregungen, ich denke aber, dass sie am eigentliche Problem nichts ändern, weil hier musescore das Problem ist.

zu 1)
Warum fireface? Weil es hier sowieso seit Jahren läuft und Hardware und Treiber abolsut zuverlässig sind, sodass ich eigentlich nie Soundprobleme habe. Warum sollte ich softwareseitig einen Mixer (Banana) dazwischen setzen, wenn das hardwareseitig mittels Mixer auf einem FPGA laufen kann?

zu 2) Ich kenne die Probleme von andere Soundsoftware nicht: Einfach in der Software einen der Ausgabeanäle (internes Outputdevice) auswählen, in Totalmix auf einen Output routen - und gut ist! 44,1kHz/16bit ist hier das Standardsetting, wobei es den Fireface-Treiber auch nicht aus der Fassung bringt, wenn er eine andere Samplingrate zugeführt bekommt.

zu 3) siehe 1.

Do you still have an unanswered question? Please log in first to post your question.