'Falsche' Pausen löschen

• 16. Mär 2020 - 22:34

Über den musescore import habe ich mir ein PDF konvertieren lassen. Leider sind dort immer mal Pausen eingefügt, wo eigentlich keine sind. Mir gelingt es nicht, diese Pausen zu löschen:
Scan.jpg
Der blaue Takt ist in musescore 19/16 lang. Ich kann ihn zwar auf 16/16 setzen, dann sind die Taktstriche übereinander, aber die Noten-Pausenfolge bleibt unverändert. (In den Stimmen 1-4 hat Musescore so Taktfragmente eingefügt, damit die Taktstriche später wieder stimmen)
So ist es im pdf:
Orig.jpg
In Capella kann man einfach eine Pause löschen, und die Noten rechts davon rücken dann nach. Geht das in Musescore nicht?
Oder wie kriege ich sowas hin?


Comments

Nein, das geht nicht und das ist auch gut so.
Du kannst die vier 16tel mit Strg-X und Strg-V um die drei 16tel nach vorne rücken, wo sie hin gehören. Dann den Takt auf 4/4 setzen. Dann müsstest du in allen Zeilen diesen überflüssigen 3/16 Takt haben, den du dann entfernen kannst.

Antwort auf von BurkhardS

Danke, Burkhard,
ich bin neu in MS und wenn Du schreibst dass das nicht geht und dass das gut so sei, so kann ich als Newbie das nicht entkräften.
Ich habe allerdings viele Jahre in Capella geschrieben. Dort führt ein Löschen einer Note oder Pause dazu, dass der dahinterstehende Rest nach links nachrückt. Und das ist extrem schnell. Ich wünschte, dieser Modus wäre auch in MS möglich, evtl. könnte man hier eine Eingabeumschaltung verwirklichen: Eingabe wie gewohnt / Eingabe wie in Capella, das würde ich mir aus Zeitgründen sehr wünschen.
Die von Dir vorgeschlagene Lösung funktioniert in MS, ist aber SEHR umständlich, insbesonder wenn man viele dieser 'Pausenfehler' korrigieren muss, da sie falsch eingelesen wurden.

Antwort auf von Pentatonus

(auch an Jojo)
Da ist MS seltsam! Ist eine Note markiert (links), kann ich sie mit ENTF löschen, dafür erscheint dann eine entsprechende Pause (rechts):
Sit1.jpg
Ist eine Pause markiert (links) kann ich sie nicht löschen. Ich muss sie erst umrahmt markieren (rechts), dann erst kann ich sie löschen, aber auch nur mit STRG+ENTF
Sit2.jpg
Im mehrsystemigen Satz löscht dann STRG+ENTF diese Pause, aber gleichzeitig auch das 6. 1/8tel in allen Systemen. Ich finde das nicht anwenderfreundlich oder gar intuitiv.

Antwort auf von Pflichtfeld

Ersetzte "nicht intuitiv" mit "ungewohnt, speziell für Capella Benutzter".

Ich find MuseScore sehr intuitiv und tat das bereits vor 10 Jahren, habe aber nie wirklich mit anderen Programmen gearbeiten (kurzer Blick auf Capella und Finale Notepad und noch ein paar andere, war mir alles viel zu kompliziert),war also in meiner Intuition nicht vorbelastet ;-)
MuseScore ist keine Textverabeitung, Noten sind kein Text, daher unterscheiden sich die Eigabemethoden fundamental. Musik besteht aus Klang und Stille. Löscht man den Klang (Note) entsteht Stille (Pause), Stille zu löschen dagegen bringt rein garnichts, das scheint mir alles vollkommen logisch.

Dieser Einfüge- und Löschmodus wurde erst kürzlich hinzugefügt, und bezieht sich immer nur auf den aktuellen Takt, dann aber im gesamten System.
Für alles weitere geht (immer noch) nur Copy/Cut und Paste.

Ich habe weit über 100 Capella Dateien in MuseScure importiert (not in MuseScore 1.x), teilweise ein echter Horror, was Capella da an musikalischem Unfug erlaubt hatte und eine Sauarbeit das in MuseScore wieder gerade zu bügeln.

Abgesehen davon: nein, eine Bereichsauswahl ist zum Löschen nicht nötig, ein einfacher klick auf die Pausu gefolgt von Strg+Entf reicht. Allerdings nicht im Eingabemodus

Antwort auf von Jojo-Schmitz

"MuseScore ist keine Textverabeitung, Noten sind kein Text, .... Stille zu löschen dagegen bringt rein garnichts, das scheint mir alles vollkommen logisch."

Das sehe ich völlig anders: Was ist ein Takt für sich alleine? Was drückt EIN Takt für sich aus? Erst die Folge von Takten ergibt musikalischen Sinn. MS wertet die rhytmische Integrität eines Taktes höher als den Musikzusammenhang: Höher als die Melodieführung, den Ductus, die Phrase. Musik ist wie ein Text, wie Phrasen. Falsch gesetzte Pausen in einem Text (Leerzeichen) oder in der Musik müssen entfernbar sein, ohne dass die gesamte Phrase deshalb geändert werden muss.
Taktstriche sind nur in der westlichen Musik vorhanden. Sie sind keine Voraussetzung für die Musik, sondern nur Hilfe, Krücken für die Lesbarkeit oder Reproduzierbarkeit. Die östliche Musik kommt auch völlig ohne Taktstriche aus, weil die eben nicht zum Wesen der Musik gehören und weil dort der individuelle Ausdruck höher bewertet wird als exacte Reproduzierbarkeit.

Antwort auf von Pflichtfeld

MuseScore (und die meisten anderen Notensatzprogramme) behandeln aber nunmal vorwiegend westliche Musik.

Was soll passieren, wenn durch einfügen oder löschen einer Note oder Pause eine andere Note nun über die Taktgrenze geht, und dahere geteilt und mit einem Haltebogen versehen werden müsste, teilen oder Takt verlänegr? Was, wenn eine solche Note nun weiter geschoben wird, so dass sie wieder in einen Takt passen würde, vereinen oder Haltebogen lassen? Was in der Taktmitte zwischen Schlag 2 und 3, wo man absichtlich einen Haltebogen gesetzt hatte (weil das halt so üblich ist um den Rythmus zu verdeutlichen)? Soll beim Einfügen oder Löschen dieses nur im aktuellen Takt, in der aktuellen Zeile, im aktuellen System, in aktuellen Abschnitt oder in der ganzen Partitur passieren?
Alle diese Fragen stellen sich bei MuseScore nicht, und lassen sich per Copy/Cut und Paste genau so lösen wie im jeweiligen Einzelfall gewünscht, anstatt es in vermutlich deutlich mehr als 50% der Fälle anders zu machen als gewünscht.

Antwort auf von Pflichtfeld

Auch wenn ich nicht die ganze Diskussion verfolgt habe und schon viel geschrieben wurde, ein paar unbedarfte (vielleicht auch unnötige) Gedanken meinerseits: Ohne festes Taktschema ist mir in der westlichen Musiknotation dies nur unter der Begrifflichkeit "senza missura" für einzelne Passagen oder in der Mensuralnotation bis Ende 1600 über den Weg gelaufen (aber bin da nicht faktensicher) -und auf der gängigen westlichen Musiknotation sind wie gesagt die meisten Musiknotationsprogramme ausgerichtet. Wie dem auch sei, lässt sich dies mit der aktuellen Version von MusScore ohne großen Aufwand bewerkstelligen: den Einfügemodus nutzen, kommt man ans Ende der Seitenbreite, den Takt vor der betreffenden Note aufspalten, den Taktstrich unsichtbar markieren und die Taktzählung unter Takteigenschaften ausschließen. Es gibt eine aktuelle Diskussion, den Einfügemodus weiter zu verbessern, ohne mich damit befasst zu haben, wohl eher bezüglich des Rhythmus und nichts mit dieser Diskussion zu tun habend (https://musescore.org/en/node/302287). Aber könnte mir vorstellen hier oder anderswo (https://musescore.org/en/forum/7), dies entsprechend zu diskutieren, dass im Einfügemodus am Ende des verfügbaren Platzes der Seitenbreite dieser umgebrochen wird.

Antwort auf von Pflichtfeld

"Was ist ein Takt für sich alleine? Was drückt EIN Takt für sich aus?"
Ein relativistisches Zeitmaß. In Verbindung mit einer Tempoangabe und einem Taktmaß eine chronologische Aussage. Das Taktmaß, welches immer zu einem Takt gehört, die Betonung innerhalb des Taktes. Evtl. ergänzt durch zusätzliche Angaben, die Auswirkungen darauf haben.

"Erst die Folge von Takten ergibt musikalischen Sinn."
Nein. Eintaktige Jingles beweisen das Gegenteil.

"MS wertet die rhytmische Integrität eines Taktes höher als den Musikzusammenhang"
Nein, MS achtet auf die Chronologie. Und zum Glück rückt er nicht die nachfolgenden Ereignisse auf und achtet penibel auf die Erfüllung des Zeitrahmens des einzelnen Taktes. Möchte nicht wissen, was hier los wäre, wenn es so wäre. (Ich habe jetzt mehre Stunden alles schön formatiert und dann habe ich nur eine Pause im zweiten Takt gelöscht.)

"Falsch gesetzte Pausen in einem Text (Leerzeichen) oder in der Musik müssen entfernbar sein, ohne dass die gesamte Phrase deshalb geändert werden muss."
Ist doch möglich, nur nicht so, wie Du glaubst. Übrigens, Pausen entsprechen keineswegs Leerzeichen in Texten. Pausen wären eher Gedankenstriche. Leerzeichen entsprechen der Note selbst. Die Notenschrift bedarf da keiner Trennzeichen.

"Taktstriche sind nur in der westlichen Musik vorhanden. Sie sind keine Voraussetzung für die Musik, sondern nur Hilfe, Krücken für die Lesbarkeit oder Reproduzierbarkeit."
Nunja, für die Musik sind sie keine Voraussetzung, aber für die Notation sind sie schon sehr hilfreich.

"Die östliche Musik kommt auch völlig ohne Taktstriche aus, weil die eben nicht zum Wesen der Musik gehören und weil dort der individuelle Ausdruck höher bewertet wird als exacte Reproduzierbarkeit."
Ich habe zwar keine Ahnung über die Notation östlicher Musik. Aber auch sie werden eine Notation haben, in der die chronologische Abfolge von Klängen/Stille haben.
Die Frage ist halt, wie gut der Notar von Musik sein Handwerk beherrscht und wie gut der Interpretierende das notierte wiedergibt.
Achja, Musescore ist wohl eher für die Notation westlicher Musik ausgelegt.

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